Töpfchentraining – Ein Erfahrungsbericht

Zuletzt aktualisiert am 10. März 2021

Töpfchentraining – Sobald eine Frau ihr erstes Baby in den Armen hält, dreht sich alles um dieses kleine Wunder. Nicht nur Freude, Zufriedenheit, Niedergeschlagenheit und Müdigkeit hängen mit ihm zusammen. Auch viele Fragen, mit denen man sich zuvor nie beschäftigt hat, stellen sich nun. Was steht die nächsten Monate an? Was muss mein Kind in nächster Zukunft lernen, was ist dabei meine Aufgabe? Werde ich da versagen?

 

Die Fragen ums Töpfchentraining

Für mich stellte sich ziemlich früh die Frage: Wann fängt man eigentlich mit Töpfchentraining an? Wie geht man dabei vor? Wie wurde es früher gemacht und was war „damals“, als es nur Stoffwindeln gab, anders als heute?

 

Mein Baby schläft nicht ausreichend

Als recht junge Mama war ich in diesem Bereich völlig ahnungslos und da unser erster Sohn ein sehr unruhiges Kind war, welches deutlich unter dem Durchschnitt an Schlaf bekam und sich auch motorisch langsamer als andere Kinder entwickelte, hatte ich ständig das Gefühl, irgendetwas falsch gemacht – oder unterlassen zu haben.

Ich begann, mich zu informieren, welches die Gründe für häufiges, verfrühtes Aufwachen und schlechten Schlaf bei Babys sind. Bei meiner Recherche hatte mich ein Punkt besonders interessiert. Ich wollte unbedingt herausfinden, ob das denn tatsächlich möglich sei:

Babys werden wach, weil sie „Pippi“ müssen.

Nachdem ich mich von dieser Tatsache überzeugt hatte, war für mich klar: Du musst „aus der sauren Zitrone Limonade machen“. Aber wie?

 

Was Babys wollen — aber nicht bekommen

Leider wissen die meisten Eltern dies nicht, weil wir uns für die ersten Monate und sogar Jahre an das „Schmutzig sein“ gewöhnt haben und diese Gewohnheiten an unsere Kinder weitergeben:

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Babys senden Signale, wenn sie Urin lassen müssen. Sie wollen nicht schmutzig sein! Sie weinen — und schreien, wenn die Windel voll ist! Sicherlich hat jede Mama mindestens einmal den Satz zu hören bekommen: „Babys schreien nun mal“. Ich bin davon überzeugt, dass Babys nicht grundlos schreien.

Ich sage: BABYS MÜSSEN NUN MAL!“. Nach einigen Monaten stellen sie leider fest, dass niemand auf sie reagiert und lassen es einfach bleiben.

 

Was haben wir als Eltern von frühen Bemühungen um die Sauberkeit?

Leider lassen wir uns als Eltern so viele Vorteile entgehen, wenn wir verpassen, die Signale unseres Babys zu verstehen und auf sie zu reagieren! Lassen Sie mich einige aufzählen:

  • Ihr Kind fühlt sich verstanden und beruhigt sich viel schneller.
  • Anders als bei einem beispielsweise dreijährigen Kind, kennt Ihr Kind nichts anderes, als sauber und trocken zu sein. Es wird seine Eltern nicht durch die üblichen Trotzphasen auf dem Töpfchen um den Verstand bringen.
  • Der Teil des Gehirns, der für die Beherrschung der Schließmuskeln zuständig ist, wird sehr früh trainiert und ausgeprägt. Ob die Kinder dadurch schlauer werden? Ich bin gespannt!
  • Ihr Baby wird im Windelbereich nicht wund, sodass Sie sich und Ihrem Baby sämtliche Wundsalben oder Ähnliches ersparen können.
  • Sollte es erforderlich sein, können Sie ganz unproblematisch bei Ihrem Kinderarzt eine Urinprobe Ihres Babys abliefern.
  • Es spart Ihnen deutlich Zeit und Nerven ein. Was kostet Sie wohl mehr Aufwand? Ihr Baby durch Wiegen und Schaukeln zum Schweigen zu bringen, oder eben auf das zu reagieren, was es Ihnen eigentlich sagen will?
Töpfchentraining: Unsere Babys sind schlauer als wir denken! Lernen wir doch, sie zu verstehen!
Töpfchentraining: Unsere Babys sind schlauer als wir denken! Lernen wir doch, sie zu verstehen!

Unsere Geschichte

Unser Sohn war 5 Monate alt, als ich diese Informationen las. Es war Sommer, das perfekte Wetter um ihn diesbezüglich zu studieren.

Ich wollte wissen: Welche Signale gibt er mir? Wie häufig muss er?

Mutig ließ ich die Windeln weg und fing an, mir Notizen zu diesem Verhalten zu machen. Ein ganz besonderes Weinen, ein Wimmern kündigte ca. alle 20 Minuten an, dass es hier nun gleich nass wird.

Leider besaß ich nicht die Ausdauer, alle zwanzig Minuten über dem Töpfchen zu warten und ein „Töpfchentraining“ durchzuziehen, aber ich war hellhörig geworden. Nach drei Monaten nahm ich meine Bemühungen wieder auf und schon mit zehn Monaten war er bis auf die Nächte windelfrei.

Als unser zweiter Sohn auf die Welt kam, war ich hochmotiviert, schon von Anfang an auf mein Kind einzugehen und es zu beruhigen, indem ich auf seine Bedürfnisse jeder Art reagieren und ihn verstehen lernen wollte. Allerdings machte mir die Eingewöhnungsphase doch sehr zu schaffen. Der zweijährige eifersüchtige Bruder forderte seine Aufmerksamkeit, der Haushalt meine Kraft und das Stillen Zeit und Nerven.

Ich beschloss, mich selbst nicht unter Druck zu setzen, beim windelfreien Aufwachsen. Stattdessen wickelte ich wie gewohnt und blieb trotzdem aufmerksam. Sobald ich ein Signal hörte, flüsterte ich ihm mein „Signal“ ins Ohr:

„Pssssst“.

Wenn es die Umstände gerade erlaubten, öffnete ich auch einfach die Windel.

Als er vier Monate alt war, konnte ich ohne Probleme mit dem Sauberkeitstraining beginnen. Sobald ich ihn über ein Becken oder das Töpfchen hielt und ihm mein schon seit Monaten angewöhntes Signal gab, reagierte er und machte zügig sein kleines oder großes Geschäft. So unkompliziert, so vertraut, so erfolgsversprechend!

Aber auch diesmal musste ich mich nicht von meinem Vorhaben unter Druck setzen lassen. Soweit es der Alltag erlaubte, versuchte ich, die Windeln trocken zu halten. Wenn es zeitlich nicht möglich war, ließ ich den Dingen auch einfach mal ihren Lauf. Eins ist jedoch klar: Mein Kind war an Sauber sein“ gewöhnt und es war das Normalste der Welt, aufs Töpfchen zu gehen.

Als er 1,4 Jahre alt war, begann ich konsequent, die Windeln wegzulassen und innerhalb weniger Tage musste ich nicht mehr befürchten, dass etwas daneben gehen könnte.

 

Ein paar hilfreiche Tipps?

Wenn Sie von meiner Geschichte des Töpfchentraining motiviert worden sind, aber nicht wissen, wie Sie das Ganze beginnen sollen, möchte ich Ihnen ein paar kurze Tipps auf den Weg geben:

  • Starten Sie unmittelbar nach dem Aufwachen: Es ist ziemlich sicher, dass Ihr Baby sobald es wach wird, Wasser lassen muss. Diese Gelegenheit sollten Sie unbedingt nutzen, es sofort frei machen und über ein Becken o. Ä. halten.
  • Beobachten Sie eins bis zwei Tage lang, wie häufig ihr Baby in die Windel macht. Einige Hersteller haben ihre Windeln mit einem Urinindikator ausgestattet, der Ihnen bei dieser Beobachtung sehr behilflich sein kann. Sobald Sie nach dem Aufwachen das erste Geschäft erledigt haben, können Sie nun in etwa abschätzen, wann das Nächste kommt und auf ein eventuelles Signal hören. Sie werden sich sehr schnell daran gewöhnen.
  • Sollten Sie kein Töpfchen o. Ä. parat haben, oder sollte das Sitzen auf einem Behältnis bislang einfach noch zu früh für den Säugling sein, halten Sie Ihr Baby von sich wegsehend an Ihren Oberkörper gelehnt, die Beinchen angewinkelt über ein Waschbecken oder ähnliche Einrichtungen. Diese Position kann sich übrigens auch sehr positiv auf die Verdauung und angesammelte Luft im Verdauungstrakt auswirken.
  • Das große Geschäft müssen Babys häufig bei der Nahrungsaufnahme erledigen. Wenn Sie beispielsweise stillen und Ihr Baby plötzlich die Brust loslässt und Ihnen dabei vielleicht auch noch in die Augen sieht, ist das ein gutes Zeichen, um das Stille Örtchen“ aufzusuchen. Sollten Sie es bevorzugen, Ihr Baby einfach übers Becken zu halten, legen Sie vorsichtshalber etwas Papier zurecht.
  • Leider werden die bequemen Windelslips in den Drogeriemärkten erst ab Größe 4 verkauft. Das An- und Ausziehen der Windeln mit Klettverschluss kann -je nachdem wo man sich gerade befindet – ziemlich umständlich sein. Schwimmwindeln sind da eine besonders gute Lösung
  • Nicht zuletzt: Geben Sie beim Töpfchentraining nicht zu früh auf! Halten Sie an kleinen Erfolgserlebnissen fest! Jedes Kind — egal in welchem Alter — kann mal einen kurzen „Rückfall“ durchmachen. Vielleicht war der Boden zu kalt, vielleicht zahnt es und verhält sich daher anders als gewohnt oder vielleicht war es doch ziemlich stark von äußeren Reizen abgelenkt. Keine Panik! Ihr Baby will trocken sein!

Nicht vergessen: Unsere Babys sind schlauer als wir denken! Lernen wir doch, sie zu verstehen!

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