Ein Hochbeet selber bauen

Zuletzt aktualisiert am 17. März 2021

Ein Hochbeet selber bauen – Kann das so schwer sein? Wer sich erst einmal näher mit den Vorteilen eines Hochbeetes befasst hat, wird sicherlich mit dem Gedanken spielen, ein Hochbeet selbst zu bauen. Das ist gar nicht so schwierig und wer handwerklich nicht so begabt ist, kann immer noch auf die Bausätze für Hochbeete in den Baumärkten zurückgreifen.

 

So funktioniert ein Hochbeet: Anlegen – Bepflanzen – Pflegen

Erhöhte Anpflanzung bietet echte Vorteile

Wo liegen denn nun die Vorteile eines höhergelegenen Beetes gegenüber einer „normalen“ Beetanlage? Die Attraktivität liegt sicherlich im beschleunigten Wachstum bzw. Gedeihen der Pflanzen; zudem bieten diese nicht ebenerdigen Beetanlagen einen besseren Schneckenschutz. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Tatsache, dass dein Rücken entlastet wird ; Bücken mit Rückenschmerzen, in der Hocke mit Knie- oder Gelenkschmerzen – dies ist hier alles Schnee von gestern: Durch die erhöhte Lage ist jederzeit ein Arbeiten im Stehen oder auch ein behindertengerechtes Schaffen möglich.

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Die Vorteile auf einen Blick:

  • Gesunde und wertvolle Gartenabfälle aller Art können als Kompost verwertet werden; somit wird ein Verrottungsprozess in Gang gesetzt, der eine vorteilhafte Erwärmung nach sich zieht. Baum- und Grasschnitt oder Häckselgut eignen sich hier als wiederverwertbare Elemente; neben diesen Gartenresten können aber auch naturbelassenes Altholz oder Herbstlaub aufgebracht werden. Tipp: Gerade im Herbst fallen viele Gartenabfälle rund um Falllaub, Heckenschnitt, Blüten- und Fruchtüberbleibsel etc. an; daher ist der Herbst bzw. Spätherbst der beste Zeitpunkt, um ein entsprechendes Beet anzulegen. Dann können dem Garten seine selbst produzierten Nährstoffe wieder zurück gegeben werden; das ist dann real praktizierter Umweltschutz.
  • Pflanzen bzw. bestimmte Gemüsesorten wachsen und gedeihen schneller und können so etwa fünf bis sieben Wochen eher geerntet werden als es bei einem ebenerdigen Beet möglich wäre. Das liegt in erster Linie an der Wärmeentwicklung, die durch die Verrottung positiv beeinflusst wird und mit ca. fünf bis acht Grad über der „normalen“ Temperatur liegt.
  • Im Normalfall gilt ein Boden, dem es an beispielsweise an Nährstoffen oder an Tiefgründigkeit mangelt, als ungeeignet für das Anlegen von Beeten; mit einem Hochbeet kann ein solcher Boden aber dennoch nutzbar gemacht werden. Wird Humus künstlich aufgeschüttet, wird bewirkt, dass der an sich nicht geeignete Boden tiefgründig gemacht wird. Dadurch wird der erfolgreiche Anbau bzw. das effektive Anpflanzen von tief wurzelnden Pflanzen wie Karotten oder Rettich gewährleistet.
  • Die Wahl des Untergrundes wird durch ein höher gelegenes Beet maßgeblich vereinfacht. Ein ebenerdiges Beet wird kaum auf einer dünnen Erdschicht gedeihen; schon mal gar nicht, wenn die darunter liegenden Schichten aus Kies oder Fels bestehen. Ein Hochbeet hat hier keine Probleme, es kann sogar auf Pflastersteinen oder Terrassenfliesen errichtet werden. Behalte aber immer im Auge, dass das Sickerwasser gut ablaufen kann; daher empfiehlt es sich auch nicht, ein erhöhtes Beet auf Betonboden anzulegen.
  • Nicht zu unterschätzen ist der gesundheitliche Aspekt. Da beim Gärtnern auf das oftmals mühselige Bücken oder auch auf das ständige Niederknien bzw. „in die Hocke gehen“ verzichtet werden kann, schiebt dies den gesundheitlichen Aspekt mit in den Vordergrund. Schmerzen auf Grund der Arbeitsbelastungen werden reduziert oder gar minimiert; zudem können so auch Personen mit Handicaps behindertengerecht der Gartenarbeit frönen. Dieser Vorteil in Gesundheitsfragen hebt die Lebensqualität an, gerade wenn es um die Belange von Rollstuhlfahrern oder älteren Menschen mit eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten geht.

 

Standortwahl und Planung als wichtige Vorbereitung

Schau dich in deinem Garten um. Wo kann das gewünschte Hochbeet zum selber bauen angelegt werden? Bei der Standortwahl sollte aber nicht vordergründig auf optische Merkmale das Augenmerk gerichtet werden. Es gibt für das Anlegen eines erhöhten Beetes nämlich eine einfache Faustregel, die zwingend beachtet werden sollte: Nutze idealerweise stets das Sonnenlicht und lege das Hochbeet in Nord-Süd-Richtung an; wähle dabei grundsätzlich eine kastenförmige bzw. rechteckige oder quadratische Form. Die Größe und Höhe sollte dabei den entsprechenden Gegebenheiten angepasst werden. Ist im Garten genügend Platz vorhanden, können vorzugsweise Beetformen von ca. 1,40 bis 1,60 m Breite und einer Tiefe von rund einem Meter gewählt werden. Diese Größenordnung erlaubt eine bequeme Bearbeitung des Beetes von allen vier Seiten. Die Höhe hängt von den individuellen Attributen wie Körpergröße, Armlänge oder generelle Arbeitshöhe des Gartenfreundes ab. In der Praxis haben sich Höhen zwischen 50 und 80 cm bestens bewährt.

 

Ein paar Worte zu einem Hochbeet- Bausatz

Nicht jeder traut es sich zu, ein Hochbeet selbst zu bauen. In diesem Fall sind die Selbstbausätze für Hochbeete aus den Baumärkten zu empfehlen. Sie sind in jeder Preislage erhältlich und meistens mit einer genauen Beschreibung versehen. Einzig der Maschendraht, um den Boden gegen Wühlmäuse zu sichern, ist in diesen Bausätzen oft nicht enthalten. Dieser muss selbst besorgt werden. Letztlich beruhen aber die Bausätze auf grundlegenden, handwerklichen Fertigkeiten, so dass auch von so einem Hochbeet gesagt werden kann, es ist selbst gebaut.

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Was wird für das Hochbeet selber bauen benötigt?

Um ein Hochbeet selber bauen zu können, benötigt man nicht viel. Meistens kann genutzt werden, was bereits vorhanden ist. Für die Umrandung verwenden die meisten Gartenbesitzer unbehandelte Hölzer wie Bohlen, Kantholz oder Rundholz. Imprägnierte Hölzer sollten gemieden werden, denn nach einigen Jahren könnten die Imprägniermaterialien in den Boden wandern und dort eine schädliche Wirkung entfalten. Möchte man einige Jahre das Hochbeet nutzen, so wird Lärchenholz empfohlen, welches sehr widerstandsfähig ist. Beton- oder Blechplatten passen vielleicht nicht in jeden Garten, doch sie sichern, dass ein selbstgebautes Hochbeet viele Jahre erhalten bleibt.

Wer Holz als Außenwände verwendet, sollte die Innenseite mit Folie auskleiden, um das Holz zu schützen. Selbst gebaute Hochbeete sind zum Boden hin offen und brauchen darum einen Schutz gegen Schädlinge, welche das Beet von innen schädigen können. Hierzu wird engmaschiger Draht genommen, vorzugsweise Kaninchenmaschendraht oder Volieredraht.

 

Eine kurze Anleitung zum Selbstbau eines Hochbeetes – für die ganz Schnellen 😉

Zunächst wird eine 20 bis 30 cm tiefe und mindestens 1,50 m lange Grube am Standort ausgehoben. Auf den Boden wird der Maschendraht gelegt, um Wühlmäuse abzuhalten. Dann wird mit dem Bau des Holzrahmens begonnen. Dieser muss anschließend in die Grube passen. Eine Höhe von mindestens 50 cm bei selbst gebauten Hochbeeten ist normal, doch auch 75 bis 80 cm Höhe wird gern von Menschen mit Rückenproblemen verwendet.

Das Innere wird nun mit abgeschnittenen Zweigen oder zerkleinerten Ästen ausgefüllt, damit ist eine gute Belüftung und bessere Verrottung gegeben. Das eventuell vorher ausgehobene Gras kann mit den Wurzeln nach oben auf die Belüftungsschicht im selbst gebauten Hochbeet gelegt werden. Es eignen sich aber auch Grasschnitt oder Stroh. Nun häuft man eine mindestens 20 cm hohe Schicht aus feuchtem Laub (keine Eiche oder Walnuss) auf die Grasschicht. Darauf wird eine 15 cm starke Schicht aus Grobkompost und dann eine etwa 25 cm dicke Feinkompost- oder Erdschicht aufgetragen. Zwischen die Schichten kann man bei Bedarf Schnellkompostierer geben. Nach zwei bis drei Tagen kann das erste Gemüse im selbst gebauten Hochbeet gepflanzt werden.

 

Eine ausführliche Anleitung zum Selbstbau eines Hochbeetes – für die Gründlichen 😉

Hochbeet selber bauen: Stein und Lärchenholz sind bevorzugte Baumaterialien

Es gibt viele Materialien, die für den Bau eines solchen Beetes verwendet werden können. Ob naturbelassenes oder druckimprägniertes Holz, Plastik, Blech oder Betonplatten – dem Aufbau sind keine Grenzen gesetzt. Hervorragend eignet sich auch Stein wie Ziegelsteine oder eine Trockenmauer, da diese mit temperaturisolierenden, witterungsbeständigen und fäulnisresistenten Attributen aufwarten. Tipp: Wenn du Holz verwenden möchtest, sollte bevorzugt Lärchenholz verwendet werden, da dieses eine Haltbarkeitsdauer bis zu 15 Jahren aufweist.

 

Drei Schritte bis zur Fertigstellung

Um dein Hochbeet selber bauen zu können, startest du den Aufbau mit dem Ausheben einer Grube gemäß deiner Größenvorstellung; die Tiefe sollte rund 25 bis 35 cm betragen. Dann lege den Boden mit engmaschigem Drahtgitter oder ähnlichen Produkten aus; so kann das Eindringen von beispielsweise Maulwürfen oder Wühlmäusen verhindert werden. Um den Rahmen und die verrottenden Gartenabfälle strikt zu trennen, müssen die Innenwände des Beetes mit Folie verkleidet werden; dies ist wichtig, damit die Feuchtigkeit nicht durchsickert und zum Beispiel den Stein- oder Holzrahmen angreift. Danach erfolgen drei Arbeitsschritte, die die Funktionalität der Beetanlage garantieren sollen:

  • Auftragen von groben Schnittabfällen (Strauch- oder Baumschnitt). So kannst du dafür Sorge tragen, dass das Verrottungsmaterial effektiv belüftet wird und die Verrottung gleichmäßig erfolgt. Achte darauf, dass das geschichtete Material nicht nach unten durch rieselt. Grassoden, die umgedreht aufgebracht werden, können in diesem Fall für Abhilfe sorgen. Bei dieser grundlegenden Schicht kann eine Höhe bis etwa 40 cm gewählt werden.
  • Nach dem Auftragen dieser ersten Schicht sind die feineren Gartenabfälle an der Reihe; jetzt kannst du fein zerkleinertes Häckselgut (Strauchschnitt, Staudenreste etc.), Laub und sonstige Grünabfälle aufschichten. Je nach Abmessungen bzw. Höhe des Beetes sollte eine Schichthöhe von rund 30 bis 40 cm angestrebt werden.
  • Zu guter Letzt vervollständigen drei weitere Schichten das Beetsystem. Erst kommt die Gartenerde, darüber wird der Kompost angeordnet und als letzte Komponente werden die verschiedenen Schichten mit Blumenerde bedeckt. Auch in diesem Fall sollte die Schichthöhe zwischen 30 und 40 cm betragen. Das Minimum für die Höhe der Schicht liegt aber erfahrungsgemäß bei rund 15 cm.

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Hochbeet selber bauen: Mischkulturen eignen sich hervorragend zur Bepflanzung

Bevor du dich jeden Tag an deinem höher gelegenen Beet erfreust, muss als letzter Schritt die Bepflanzung vorgenommen werden. Hier eignet sich – alleine auf Grund der Zugänglichkeit bzw. der Arbeitsmöglichkeit von allen Seiten – das Anlegen von Mischkulturen. Um die Gärtnertätigkeit zu erleichtern, solltest du dabei beachten, dass hohe Pflanzen in der Mitte Platz finden und kleiner gewachsene Pflanzen eher in den Randbereichen gesetzt werden.

Im ersten Jahr verfügt der Boden noch über so viele Nährstoffe, dass es ratsam ist, in erster Linie Gemüsesorten einzupflanzen, die viele Nährstoffe zum Gedeihen benötigen. Diesbezüglich werden Gemüsesorten in drei Kategorien unterteilt: Dabei benötigen die so genannten Starkzehrer den höchsten Nährstoffbedarf; demgegenüber gelten die Schwachzehrer als sehr genügsam in Sachen Nährstoffversorgung. Folgende Bepflanzungsterminierungen versprechen in einem Hochbeet den größtmöglichen Erfolg:

Starkzehrer können schon im ersten Jahr eingepflanzt werden. Dazu zählen: Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Rhabarber, Sellerie, Kürbis, Lauch, Zucchini und diverse Kohlarten.

Mittelzehrer sollten frühestens ab dem zweiten Jahr angebaut werden; zur Verbesserung des Wachstums genügen in der Regel wenige Düngemittel. Hierbei handelt es sich um Radieschen, Schwarzwurzeln, Möhren, Knoblauch, Zwiebeln, Paprika oder Spinat.

Auf eine Düngung verzichten kannst du bei den so genannten Schwachzehrern, die etwa ab dem fünften Jahr angepflanzt werden sollten. Zu dieser Kategorie zählen die meisten Kräuter, diverse Salatsorten, Bohnen oder Erbsen.

 

Tipps zur Pflege eines Hochbeetes

Wer langfristig etwas von seinem Hochbeet haben möchte, muss ihm auch die entsprechende Pflege zuteil werden lassen. Wenn beispielsweise das Erdreich nach ein paar Jahren absackt, muss das Beet vor der erneuten Nutzung wieder mit Kompost aufgefüllt werden. Spätestens nach sechs Jahren bietet es sich an, dass das gesamte Innenleben des Beetes ausgetauscht wird, da durch den organischen Verfall nahezu alle Nährstoffe aufgebraucht wurden. Allerdings kannst du mit dieser „verbrauchten“ Erde die ebenerdigen Gemüse- und Blumenbeete auffüllen.

Wichtig ist auch, dass vor der eigentlichen Bepflanzung respektive der Aussaat umlaufende Rillen in die oberste Erdschicht des Beetes gedrückt werden. Zudem benötigt das Beetsystem gerade in den heißen Sommermonaten reichlich Wasser, da in einem höher gelegenen Beet die Erde weitaus schneller austrocknet als in einem ebenerdigen Gemüsebeet.

 

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