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Ein Baby kommt: Großeltern – Aha & Oho!? – Konflikte vorprogrammiert

Grosseltern - Konflikte vorprogrammiert

Noch nie hat sich der Alltag durch die Technik & Medien so schnell verändert wie heute.
Beim Zusammentreffen von Ideen verschiedener Generationen wird dies besonders deutlich. Dabei merken frisch gebackene Eltern schnell, dass die Erziehung des neuen Erdenbürgers dabei manchmal zum Topthema familiären Konflikte gehören kann. Warum eigentlich?

Am häufigsten diskutiert die Gesellschaft dabei über das Tragen von Babys. Der Kinderwagen sei vorzuziehen, sonst folgen Rückenbeschwerden der Eltern oder gar Verwöhnung des Menschenkindes. Warum beklagt sich dann die Kinderwagen-Generation der 60er Jahre heute am häufigsten über Rückenschmerzen?

In den 60er Jahren wurde der Schnuller von Säuglingen in Honig getaucht, damit sie sich schnell beruhigten. Heute belegt die Forschung, dass Honig Kinder unter einem Jahr nicht gereicht werden sollte.

Genauso empfahlen Elternratgeber der 70/80er eine sehr strenge Hygiene, als auch einen streng nach Zeitplan koordinierten Tagesablauf für Kleinkinder. Heute beschreibt die Diskussion um Allergien, dass zu viel Seife, Lotion & Shampoo mit Konservierungs- und Duftstoffen sogar gefährlich werden kann.

Des Weiteren empfehlen Wissenschaftler einen natürlichen Tagesrhythmus des Kindes, welcher sich weder den streng geplanten Terminen der Eltern, noch der unabdingbaren Einhaltung von minutiös koordinierten Zeiten unterordnen sollte. Schließlich folgen besonders kleine Kinder noch ihren Instinkten und natürlichen Grundbedürfnissen.

Noch nie waren jedoch Mütter im Verlaufe der menschlichen Stammesgeschichte derart auf sich allein gestellt, wie heute. Mutter sein bedeutete bei unseren Vorfahren – den Jägern und Sammlern – bis zum Alter von etwa drei Jahren direkt mit dem Kind zusammen zu leben und zu arbeiten.

Natürlich halfen in dieser Zeit unterstützende Hände anderer Mütter, als auch Großmütter, Familienangehörigen oder Bekannte. Es gab also schon immer Fremdbetreuung durch andere Personen. Nur gab es keine fremde Betreuung an unbekannten Orten (Kitas/ Tagesmütter), wie es heute bei uns oft zum Alltag gehört.

Heute hingegen scheint es gerade zu einem sozialen Privileg zu gehören, wohnen Großeltern oder Verwandte in unmittelbarer Nähe der frisch gebackenen Eltern: häufig liegen 500, 3000 oder gar 10.000 km dazwischen.

Der Familienalltag lässt grüßen: unregelmäßige Schlafphasen des Säuglings, Stillprobleme, Alltagsverpflichtungen, eventuell noch andere Geschwisterkinder mit eigenen Bedürfnissen, der Abwasch türmt sich in der Küche und das Bad würde auch wiedermal einen Putzlappen vertragen. Ach ja, und die frisch gebackene Mutter hätte eine extra Mütze Schlaf oder gar ein Entspannungsbad dringend nötig.

Ist es nicht in solchen Situationen einfach Luxus zum Hörer greifen zu können und kurze Zeit später steht Oma zum Babysitten vor der Tür? Oder Tante Emma kommt schnell vorbei und schwingt den Besen, während sie gleich noch den Einkauf besorgt und die Wäsche bügelt? Das Rundum-Programm belastet finanziell gesehen nicht einmal die sowieso bereits gereizte Familienkasse.

Das eigentliche Problem der Familienkonflikte liegt anscheinend woanders: Verschiedene Ansichten unter den Generationen gab es schon immer, wird es auch immer geben. Nur geht es beim Thema Erziehung um etwas anderes.

Erziehung ist Kommunikation zwischen Eltern und Kindern. Dabei scheint es besonders wichtig zu erkennen, dass Väter und Mütter meistens die ersten Bezugspersonen sind.
Die Mutter spielt anfangs eine noch bedeutendere Rolle, da sie und das Kind neun lange Monate eine Einheit waren. Aus diesem Grund sind Säuglinge auch sehr auf sie fixiert.

Alltagsroutinen und feste Muster werden durch den jungen Erdenbürger erst einmal gewaltig durcheinander gebracht, wie es Außenstehende oft gern beschreiben. Jedoch ist der Neuankömmling vielmehr ein Anstoß in Richtung Veränderung und Erneuerung.

Durch ihn entwickelt die frisch gebackene Familie in den ersten gemeinsamen Monaten und Jahren eigene neue Ideen, Wünsche und Werte in Bezug auf ihr gemeinsames Leben. Diese Veränderungen entwickeln sich schrittweise, ohne dass die Beteiligten es unbedingt bemerken.

Aus diesem Grund stoßen Großeltern nicht selten auf Empörung, wenn sie plötzlich mit einem gut gemeinten Rat zur Seite stehen wollen, oder ihn gar in die Tat umzusetzen versuchen.

Die Schlüsselwörter für die Umsetzung lauten auch hier wieder: Kommunikation und Toleranz. Es ist kein Machtkampf um den besten Erziehungsrat. Vielmehr geht es darum, eigene Ideen dem anderen näher zu bringen, ohne ihn zu beleidigen. Eltern haben die Chance gegenüber den Großeltern ihre Standpunkte eindeutig anzusprechen. Großeltern haben dabei die unbedingte Aufgabe, sich zurückzunehmen, solange junge Eltern im Sinne des Kindeswohls handeln.

Das bedeutet vor allem eins: Die elterliche Verantwortung beinhaltet auch eigene Werte und Normen.
Großeltern und Verwandte haben dennoch eine herausragende Bedeutung für die jungen Familien, denn sie bilden ein wichtiges soziales Netzwerk.

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