Schwanger trotz Periode? Blutungen in der Schwangerschaft

Zuletzt aktualisiert am 3. Dezember 2020

Alle Fakten auf einen Blick

  • Schwangerschaft und Regelblutung gleichzeitig – das ist nicht möglich. Schwanger trotz Periode ist unmöglich!
  • Dennoch können Blutungen, gerade in der Frühschwangerschaft auftreten.
  • Die Blutungen können viele Ursachen haben. Bestenfalls ist es eine Einnistungsblutung oder eine harmlose Zwischenblutung oder die Abbruchblutung, wenn man mit der Pilleneinnahme aufhört.
  • Im schlimmsten Fall kann es eine Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft sein.

 

Schwanger trotz Periode

Um das Thema „Schwanger trotz Periode“ kreisen Mythen und Erzählungen und nicht selten widerspricht das eine dem anderen. Leider wird auch oft mit Begriffen um sich geworfen, deren Bedeutung man nicht vollständig kennt. Besonders das Wort „Periode“ wird von Frauen oft für Blutungen jeglicher Art eingesetzt. Deswegen ist wichtig, erst einmal zu wissen, was die Periode genau ist und welche Rolle sie im Monatszyklus der Frau hat.

 

Der Zyklus

Alles beginnt mit einer Regelblutung, die auch Menstruation, Periode, Monatsblutung, Hormonentzugsblutung oder die „Tage“ genannt wird. Danach kommt meistens in der Zyklusmitte, manchmal jedoch schon früher oder sogar schon während der Regelblutung der Eisprung. Danach kommt, unabhängig davon, ob der Eisprung wirklich stattgefunden hat oder nicht, die nächste Phase: der Progesteronspiegel beginnt zu steigen und die Gebärmutter baut mehr Schleimhaut auf, um eine befruchtetet Eizelle in Empfang zu nehmen. Dies passiert in der zweiten Hälfte des Zyklus. Wenn keine Befruchtung statt gefunden hat, sinkt das Progesteron wieder, was dazu führt, dass die Schleimhaut in der Regelblutung wieder abgestoßen wird. Das passiert ca. 12 und 16 Tagen nach dem Eisprung.

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„Ich hatte in der Schwangerschaft weiterhin meine Periode“

Das ist ein Satz, den jeder von uns wahrscheinlich schon einmal im Leben gehört hat. Und wenn es so viele berichten, kann es doch nicht falsch sein. Oder? Beim genaueren Überlegen merkt man dann: Stopp, irgendwie passt das nicht. Denn „Schwangerschaft“ und „Periode“ sind zwei Erscheinungen, die beim besten Willen nicht gleichzeitig vorkommen können, denn das eine schließt das andere aus. Hier nochmal der Vergleich:

Ist man nämlich schwanger, muss sich erst eine befruchtete Eizelle eingenistet haben. Die Zellen der Eihülle verschmelzen mit der Gebärmutterschleimhaut, was dann später der Mutterkuchen (Plazenta) wird. Doch schon jetzt bilden sie das Schwangerschaftshormon HCG, was dafür sorgt, dass die Eierstöcke noch mehr Progesteron produzieren, anstatt diesen herunterzufahren. Dieser Prozess ist wichtig, damit die Gebärmutterschleimhaut sich weiter bildet und die Schwangerschaft intakt bleibt. Somit ist die Periode hinfällig, da es ja keine Schleimhaut zum Ausscheiden gibt.

Hat  man aber seine Periode, bedeutet es folglich, dass sich keine Eizelle eingenistet hat, die Schleimhaut abgestoßen wurde und sich somit keine Plazenta bilden kann, die aber für das Embryo überlebenswichtig ist.

Man muss aber die Frauen, die dies behaupten nicht sofort als Lügnerinnen abstempeln. Das Problem ist nämlich, dass es außer der Periode noch eine Anzahl anderer Blutungen gibt, die in der (Früh-)Schwangerschaft auftreten können, die jedoch fälschlicherweise als Periode bezeichnet werden.

So gibt es zum Beispiel die berühmte Einnistungsblutung. Außerdem kann es auch eine Abbruchblutung bei Pilleneinnahme sein. Auch Zwischenblutungen können in der Schwangerschaft auftreten, die meistens harmlos sind, in manchen Fällen aber auch eine Fehlgeburt andeuten können. Auch bei einer Eileiterschwangerschaft kann es zu Blutungen kommen.  Diese Ursachen werden wir weiter unten erläutern.

 

Schwangerschaftssymptome ohne Schwangerschaft

Außer dem Ausbleiben der Periode gibt es noch weitere Symptome, die auf eine Schwangerschaft hindeuten können. So kann es unter anderem zu Übelkeit, Ekel, Empfindlichkeit oder verschiedenen Gelüsten kommen. Auch Ziehen in den Brüsten und im Unterleib, Schmierblutungen 6-10 Tage nach dem Eisprung oder auch ein Ausfluss, können Anzeichen für eine Schwangerschaft sein.

Es gibt auch Fälle, wo diese Erscheinungen auftreten, man jedoch nicht schwanger ist. Dies ist zum Beispiel beim prämenstruellen Syndrom der Fall. Aber auch ganz banale Hormonschwankungen können das verursachen. Meistens löst sich der Verdacht auf eine Schwangerschaft auf, wenn die Regelblutung dann doch mit Verspätung auftritt.

 

Ursachen der Blutungen in der Schwangerschaft

Die Einnistungsblutung

Diese Blutung kommt im „Anfangsstadion“ der Schwangerschaft vor, genauer genommen, etwa sieben Tage nach dem Eisprung. Wenn sich das Ei einnistet, kann das zum Ziehen im Unterbauch führen, was verschieden stark ausgeprägt sein kann und die Gebärmutterschleimhaut leicht verletzten kann. Schwer zu unterscheiden von der Menstruation ist die Blutung dann, wenn sich mehrere Eizellen einnisten oder die Gebärmutterschleimhaut besonders stark aufgebaut ist und die Blutung deshalb bis zu fünf Tagen anhält. Ansonsten merkt man einen deutlichen Unterschied zur Periode, weil die erstere eben im Normalfall an nur einem Tag stattfindet und eher schwach ausfällt. Auch das Aussehen ist anders, denn das Blut ist hier eher hellrot und sieht noch ganz frisch aus, im Gegensatz zu der Schmierblutung. Diese Einnistungsblutung wird auch als Nidationsblutung bezeichnet.

 

Stärkere Blutung zum Zeitpunkt der Periode

Wenn man kurz nachdem die eigentliche Periode einsetzten sollte, eine starke Blutung bekommt, kann es auch bedeuten, dass man kurz schwanger war, der Körper diese Schwangerschaft aber abgebrochen hat, weil die Zellteilung des Embryos nicht richtig funktionierte. Da es oft ungefähr zum Zeitpunkt der Periode passiert, weiß man meistens nicht, dass man schwanger war und hält die Blutung für eine Periode. Auch Eileiterschwangerschaften äußern sich mit so einer Blutung.

Blutungen nach Absetzten der Pilleneinnahme

Es kommt ab und zu vor, dass man trotz der Pille schwanger wird und es manchmal erst einmal gar nicht weiß und die Pille weiter nimmt. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Zum Beispiel kann es ein, dass aufgrund von Durchfall oder Erbrechen der Wirkstoff der Pille nicht aufgenommen wurde. Manchmal wurde die Pille vergessen oder nicht vorschriftsgemäß eingenommen. Aber auch bestimmte Lebensmittel (z.B. Grapefruit) hemmen die Wirkung der Pille.

Deshalb wird die Pille ganz normal weiter eingenommen und wenn man sie dann absetzt, kann es zu einer Abbruchblutung kommen. Diese Abbruchblutung wäre in diesem Fall aber eben nicht die richtige Periode.

 

Blutungen in der Schwangerschaft durch Hormone

Es gibt eine Anzahl an Gründen, warum es in der Frühschwangerschaft zu Blutungen kommen kann. Jede 5. Frau macht mit diesen Bekanntschaft und mehr als die Hälfte hat dabei nichts befürchten. Woher diese Blutungen kommen und wann sie gefährlich werden, darauf gehen wir jetzt ein.

Im ersten Schwangerschaftssimester kann es sein, dass man dann, wenn man seine Periode bekommen sollte, trotz der Schwangerschaft Blutungen bekommt. Hier hat sich der Körper einfach so sehr in das Zyklusmuster eingefahren, dass es dieses einfach weiterführt. Das kommt allerdings sehr selten vor und auch hier ist die Blutung nicht so stark ausgeprägt, wie bei der Menstruation.

Was aber öfter vorkommt, ist, dass es am Anfang der Schwangerschaft zu Blutungen aufgrund von Hormonschwankungen kommt. Der Hormonspiegel ist jetzt ein anderer und das braucht seine Zeit, bis die Hormone sich einfinden und dieser „konstant“ wird. Diese Blutungen sollten aber nur leicht sein und nicht lange dauern. In diesem Zusammenhang kann es auch vorkommen, dass kleine Teile des Mutterkuchens abgehen, was aber keine Gefährdung darstellt.

 

Gefährlich wird es, wenn die Blutungen verstärkt auftreten. In diesem Fall sollte man nicht zögern, den Arzt aufzusuchen. Das kann nämlich ein Zeichen dafür sein, dass man nicht genug Progesteron im Körper hat. Dieser Gelbkörperhormon ist jedoch für ein Erhalten der Schwangerschaft absolut notwendig.  Beim Eisprung bleiben im Eierstock Reste der Follikels, woraus dann der sogenannte Gelbkörper entsteht. Eben dieser Gelbkörper ist dann für die Herstellung des Progesterons verantwortlich, bis die Plazenta so weit gewachsten ist, dass sie diese Aufgabe übernehmen kann. Kommt dieser mit der Progesteronproduktion nicht hinterher, was man dann im Blut feststellen kann, muss man noch extra Hormone, wie z.B. das Utrogest einnehmen, um die Schwangerschaft zu erhalten.

 

Blutungen bei tiefsitzender Plazenta

Ab der 12. Schwangerschaftswoche kann es vorkommen, dass man bei Anstrengungen Blutungen und Schmerzen bekommt. Das ist ein Signal des Körpers, sollte ernst genommen und kontrolliert werden. Sollte man dann im Ultraschall sehen,  dass die Plazenta zu tief sitzt, ist absolute Ruhe angesagt, denn desto tiefer die Plazenta sitzt, desto höher ist das Risiko, dass die Schwangerschaft in einer Fehlgeburt endet. Außer einer absoluten Schonung, können auch noch Arzneimittel verordnet werden, um eine Infektion zu umgehen. Mit fortschreitender Schwangerschaft wächst aber auch die Gebärmutter, was dazu führen kann, dass die Plazenta wieder nach oben auf ihren Platz rutscht.

 

Leichte Blutungen bei fortgeschrittener Schwangerschaft

Ist man schon weiter in der Schwangerschaft, kann es nach dem Besuch beim Frauenarzt oder nach dem Geschlechtsverkehr zu Blutungen kommen. Das kommt daher, dass die Plazenta gewachsen ist, der Muttermund besser durchblutet wird und somit schon sehr kleine Verletzungen zu Blutungen führen können, die jedoch nur kurz anhalten sollten. Ein weiterer Grund für dies Blutungen können auch Infektionen in der Vagina oder auch beim Muttermund sein.

 

Schwanger trotz Periode: Wann zum Arzt?

Auch wenn die meisten Blutungen, die in der Schwangerschaft vorkommen, keine Gefahr für dich und dein Ungeborenes darstellen, solltest du trotzdem eine solche bei deinem Arzt abklären lassen. Die Ursachen können nämlich auch schwerwiegend sein, weil sie von einer Eileiterschwangerschaft hervorgerufen werden können, einem Abort vorangehen oder eine Plazenta-Ablösung bedeuten. Je nach Ursache, kann dein Arzt dir ggf. Ruhe verordnen oder Medikamente/Hormone verschreiben, um die Schwangerschaft zu erhalten.

 

Fazit: Schwanger trotz Periode

Zusammengefasst kann man sagen, dass Frauen in der Schwangerschaft wirklich Blutungen haben können, besonders im Anfangsstadion. Das ist aber nicht die Periode, denn wie schon oben erläutert, können Schwangerschaft und Periode nicht zusammen vorkommen. Die Blutungen, die aber wirklich auftreten, sind auf ganz unterschiedliche Ursachen zurück zu führen. Auch wenn sie meistens harmlos sind, sollte man damit doch zum Arzt gehen, um im Fall der Fälle rechtzeitig eingreifen zu können.

 

Frauenärztin Dr.Younes Kressin erklärt: Blutungen in der Schwangerschaft?

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